Das ICH, die große Illusion

Das ICH ist eine Projektion unseres Geistes. Das ICH wird erdacht. Der ICH-Gedanke entsteht bereits, wenn wir anfangen zu sprechen. Durch die Benennung der Gegenstände entsteht das Verständnis von Subjekt und Objekt. Der Betrachter schaut auf einen Gegenstand oder eine Person und benennt oder beurteilt es. ICH hier, der Baum dort. Der Tisch, der Stuhl. Automatisch entsteht Trennung. Das SELBST ist ewig und existiert bereits in uns, wenn wir geboren werden. Es ist verbunden mit der ALLSEELE und kennt diese Trennung nicht.

Wir lernen immer mehr Begriffe und bekommen beigebracht, dass wir das Kind von X und Y sind. Uns wird erzählt, dass wir Junge oder Mädchen sind. Komplexe Gedankenmuster, was ein Junge oder Mädchen ist oder zu sein hat, folgen. Später sind wir dann Schüler, gute oder schlechte. Irgendwann vielleicht Maurer, Mediziner oder Jurist. Unser Verstand nimmt sich all diese Bilder und Gedankenmodelle und konstruiert sich daraus eine Persönlichkeit. Diese Persönlichkeit ist individuell und ist nicht EINS mit dem Rest der Welt. Vielleicht gehören wir zu einem Verein oder spielen in einer Mannschaft, das ALLEINS-Sein haben wir aber schon lange verloren.

Unser Verstand hat außerdem gelernt Emotionen, bewusste wie unbewusste, zu erklären und in Gedankenmodelle zu verpacken. Der Verstand möchte alles „rationalisieren“ und so sortieren, dass es zu seiner individuellen Persönlichkeit, dem ICH, passt. Auch die Ur-Instinkte wie Fortpflanzungstrieb oder der Kampf um Nahrung werden in der modernen Gedankenwelt eingebaut. Es entstehen dadurch Phänomene wie übertriebene Jagd nach Geld und Ruhm oder Polyamorie. Wir rechtfertigen, dass wir eine andere Person übervorteilen oder ein Verhältnis zu einem / -er verheirateten Mann/ Frau haben.

Das Naturell unseres SELBST ist allerdings reine Liebe und Mitgefühl. Folgen wir den Gedanken des ICH, leidet das SELBST. Manchmal meldet sich unser Gewissen. Ganz häufig sind wir aber so fest in den Gedanken Strukturen, dass die innere Instanz, das Gewissen, nicht mehr wahrgenommen wird. Unser Verstand hat uns meist voll im Griff. Wir fühlen nicht die Bedürfnisse des SELBST. Je häufiger wir gegen unser SELBST handeln, umso kranker wird unsere Seele. Manchmal dauert es Jahre, bis diese inneren Konflikte sich auf der physischen Ebene zeigen. Sicher ist jedoch, dass wir krank werden, wenn wir nicht dem Weg und dem Ruf der Seele folgen.

Yoga und Meditation ist ein Weg seinem SELBST wieder näher zu kommen. Durch die Übungen durchbrechen wir die Gedankenmuster und konzentrieren uns auf den Körper. In der Entspannungsphase werden wir innerlich ruhig und still. Beim Eintreten in die Meditation haben wir die Chance unser SELBST wahrzunehmen und die ehrlichen Bedürfnisse unserer Seele zu erfahren. So entsteht Transformation.

Wir leben an der Schwelle zu einem neuen Bewusstsein. Wir sind kurz vor dem Sprung in das kollektive Bewusstsein. Aktuell sind viele noch gefangen in dem individual-Bewusstsein. Jeder nimmt sich getrennt von den anderen wahr. Erst wenn wir in unser Herz kommen, erreichen wir auch dieses kollektive Bewusstsein.

Wenn es eine All-Seele gibt, in der alle Seelen verankert sind, gibt es keinen „Anderen“ mehr. Wir sind All-Eins. Alles ein und dasselbe Wesen. Entwickelte Menschen, die ihrem SELBST nahegekommen sind, beginnen auch den anderen in ihrem Selbst zu fühlen. Da wir alle über diese All-Seele miteinander verbunden sind. Sie fühlen den Gegenüber und müssen sich nicht mehr in Worten über Gedanken austauschen.

Überlege welche unglaubliche Dynamik und Freude entstehen könnte, wenn alle im Team die anderen Teammitglieder „fühlen“ und schon auf deren Bedürfnisse reagieren würden, bevor sie diese artikulieren. Wie erfolgreich wäre eine Fußballmannschaft, wenn die Spieler immer schon „fühlen“ wann der andere einen Pass spielt und wohin, bevor dieser sich entscheidet zu schießen.

Auf jeden Fall würden wir in einer besseren Welt leben, wenn alle Menschen mit ihrem SELBST verbunden wären. Gelingt dies den Menschen, dann müssen sie nicht mehr streiten und Kriege führen.Das Selbst ist mit allem verbunden und alles ist im SELBST enthalten. Wer dies erkennt, hat keine Angst mehr, dass ihm etwas entgeht. Dies ist das Füllebewusstsein. Es gibt keinen Mangel mehr. Die Seele erkennt, dass sie unendliche Liebe und Mitgefühl ist und dies teilen kann mit allen Wesen dieser Erde, weil es unendlich ist.

Nur unser Verstand signalisiert uns immer Mangel. Das ICH möchte vor dem anderen ans Ziel kommen. Als erster am Futtertrog stehen, mehr Geld für sich behalten etc. Das ICH hat nie genug. Es möchte immer „mehr“. Das ICH agiert aus dem Mangelbewusstsein, es hat noch nicht erkannt, dass es nichts behalten kann. Es wirken die Ur-Instinkte: „kämpfen um zu überleben“, „Vorrat anlegen für den Winter“ usw. All das ist in unseren Zellen gespeichert und triggert unser Ego. Diese Ur-Instinkte wollen enttarnt werden, dann verlieren sie ihre Macht über uns und wir kommen zur Ruhe.

Wir erkennen, dass wir bereits alles besitzen, da alles Teil eines großen Ganzen ist.

Dein Sven-Oliver

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