Von Osteopath Maurice Weinfortner & Nervensystem Mentor Dominik Habermann
Ein Einblick in unsere Arbeit und unser gemeinsames Retreat im Sampurna Seminarhaus im Juni, 2026.
Was wir heute erleben sind oft Stress, innere Unruhe, chronische Verspannungen oder das Gefühl, dauerhaft „unter Strom“ zu stehen. Ein Alltag in einem Zustand, der wenig Raum für gesunde Regeneration lässt. Der Körper funktioniert zwar oft erstaunlich gut, doch gleichzeitig fehlt die Ruhe, die Verbindung oder ein Gefühl von innerer Stabilität. Und irgendwo tief ist dieses leise, aber beharrliche Gefühl: So kann das nicht weitergehen.
Nur, womit fängt man an? Was tun, wenn man nicht mehr weiß, wie sich echte Ruhe anfühlt? Wenn der Körper so lange auf Hochtouren gelaufen ist, dass er das Abschalten verlernt hat? Wenn Yoga, Meditationsapps und Wellnesswochenenden nur kurzfristig helfen und man schon am Montag wieder im alten Muster steckt?
Genau diese Fragen sind es, die unsere Arbeit antreiben. Und genau deshalb kommen wir vom 03. bis 07. Juni wieder ins Sampurna Seminarhaus.
Dieser Artikel ist eine Einladung. Eine Einladung, tiefer zu verstehen, was in deinem Körper vorgeht und was möglich ist, wenn du anfängst, wirklich hinzuhören.
Das Nervensystem: Der stille Dirigent deines Lebens
Bevor wir über Techniken, Methoden oder ein Retreat sprechen, müssen wir über etwas Grundsätzliches reden. Über das System, das im Hintergrund alles steuert und das in unserer modernen Welt so oft vergessen wird. Hinter Erschöpfung, chronischen Verspannungen und dem Gefühl, nie wirklich abschalten zu können, steckt meistens dasselbe: ein Nervensystem, das verlernt hat, sich selbst zu regulieren. Und darunter leiden die inneren Selbstheilungskräfte.
Das autonome Nervensystem entscheidet darüber, wie wir schlafen, verdauen, heilen oder dauerhaft in stiller Alarmbereitschaft bleiben. In unserer modernen Welt ist es chronisch überaktiviert. Nicht weil wir vor Raubtieren fliehen, sondern weil unser System keinen Unterschied macht zwischen echter Gefahr und dem Ping einer wichtigen E-Mail.
Das Ergebnis: Der Körper bleibt in einem dauerhaften Bereitschaftsmodus. Cortisol und Adrenalin fließen, Muskeln bleiben dadurch angespannt, der Schlaf wird flacher, die Verdauung stockt. Heilung aber braucht das Gegenteil: einen Körper, der sich sicher fühlt. Einen Parasympathikus, der aktiv sein darf.
Die gute Nachricht: Regulation ist lernbar. Und der Körper trägt bereits alles in sich, was er dafür braucht.
Osteopathie: der Körper als Einheit
Maurice Weinfortner ist Osteopath, Physiotherapeut und Heilpraktiker, und seine Arbeit basiert auf einer klaren Überzeugung: Der Körper trägt bereits alles in sich, was er zur Heilung braucht. Manchmal braucht er lediglich die richtigen Impulse, um sich daran zu erinnern.
Osteopathie bedeutet dabei weit mehr als manuelle Techniken. Sie versteht den Körper als funktionelle Einheit, in der Struktur und Funktion sich gegenseitig beeinflussen und beide eng mit dem Nervensystem verknüpft sind. Ganz gleich, ob wir über Muskeln, Faszien, Gelenke oder innere Strukturen arbeiten, am Ende begegnen wir immer dem Nervensystem. Es bestimmt, ob Spannung gehalten wird, ob Schmerz entsteht und ob Regeneration überhaupt möglich ist.
Und da haben wir es wieder, das Nervensystem. Viele Menschen bewegen sich dauerhaft in einem Zustand erhöhter Aktivierung, geprägt von Sympathikusdominanz, erhöhter Muskelspannung und eingeschränkter Regeneration. Sie merken es jedoch nicht, weil dies „normal“ geworden ist in der heutigen, schnelllebigen und technischen Welt. Genau an diesem Punkt beginnt unsere Arbeit. Wir reparieren nicht, sondern unterstützen durch gezielte Regulation.
Atem: der direkte Zugang zum Nervensystem
Dominik Habermann ist Mentor für Trauma-fundierte Atemarbeit und Spezialist für Nervensystem-Regulation. Seine zentrale Arbeit ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Der Atem ist der einzige Teil unseres autonomen Nervensystems, den wir bewusst beeinflussen können.
Schon wenige Minuten langsamer, bewusster Atmung senken nachweislich den Cortisolspiegel, verlangsamen den Herzschlag und aktivieren den Vagusnerv. Was wie eine simple Übung klingt, ist in Wirklichkeit ein direkter Eingriff in dein Stresssystem.
Während viele Prozesse im Körper unbewusst ablaufen, erlaubt uns der Atem einen direkten Zugang. Zur Herz- und Gehirnfrequenz, zur Muskelspannung, zum mentalen Zustand und zur Stressreaktion. Breathwork geht dabei weit über das klassische „tiefe Durchatmen“ hinaus. Es umfasst gezielte Atemmuster, die aktivierend oder beruhigend wirken können, rhythmische Sequenzen, die den Körper neu organisieren, sowie Prozesse, die emotionale Spannungen lösen und integrieren.
So wird der Atem zu einem präzisen Werkzeug. Zur Integration, zur Rückkehr in den eigenen Körper.
Bewegung: Somatische Regulation
Ein weiterer Zusatz ist Bewegung. Sonja, Heilpraktikerin und Bewegungslehrerin bietet einen zusätzlichen Mehrwert bei unserem Retreat im Juni mit einem besonderen Fokus auf Yin Yoga, Mobility und somatische, nervensystembasierte Körperarbeit. In ihrer Arbeit entsteht ein Zugang, der sich bewusst vom reinen „Tun“ entfernt und den Fokus auf das Spüren lenkt. Über langsame, achtsame Bewegung, gezielte Mobilisation und feine Wahrnehmung begleitet sie Menschen zurück in den Kontakt mit ihrem eigenen Körper. Dabei schafft sie einen sicheren Raum, in dem Regulation nicht erzwungen, sondern erfahrbar wird.
Ihre Arbeit ergänzt damit auf ideale Weise die osteopathischen und atembasierten Ansätze unseres Retreats, indem sie Integration ermöglicht.
Warum die Kombination so viel Sinn macht
Osteopathie, Atemarbeit und somatische Mobility-Arbeit wirken nicht isoliert, sie greifen ineinander.
Osteopathie stimmt das Instrument. Die Atmung gibt den Rhythmus vor. Yin Yoga und somatische Bewegung geben dem Ganzen Zeit und Raum, sich zu setzen.
Alle drei Wege führen zum selben Ziel: einem Nervensystem, das sich wieder sicher fühlt. Einem Körper, der heilen kann.
Selbstheilungskräfte aktivieren: was das wirklich bedeutet
Selbstheilung ist kein abstraktes Konzept, sondern ein klar physiologischer Prozess. Sie entsteht dann, wenn der Körper in einen regulierten Zustand kommt, wenn ausreichend parasympathische Aktivität vorhanden ist, die Durchblutung verbessert wird, Gewebe wieder frei beweglich sind und die Kommunikation innerhalb des Nervensystems funktioniert.
Der Atem spielt dabei eine zentrale Rolle: Ein chronisch flacher, schneller Atem hält das Nervensystem in Alarmbereitschaft, selbst dann, wenn objektiv keine Gefahr besteht. Wer lernt, tiefer und langsamer zu atmen, gibt dem System das Signal: Es ist vorbei. Du bist sicher. Osteopathie wiederum sorgt dafür, dass der Körper dieses Signal überhaupt empfangen kann, denn eingeschränkte Faszien, blockierte Gelenke oder ein wenig bewegliches Zwerchfell sind wie Rauschen auf der Leitung. Sie verhindern, dass die Botschaft ankommt. Erst wenn Struktur und Funktion wieder im Einklang sind, kann das Nervensystem wirklich loslassen.
Unsere Aufgabe ist es nicht, etwas zu „reparieren“, sondern die Bedingungen zu schaffen, unter denen Heilung möglich wird.
Warum wir immer wieder ins Sampurna kommen
Ein Retreat ist nur so gut wie der Raum, in dem es stattfindet.
Das ist keine Nebensache. Es ist zentral. Denn ein Nervensystem reagiert auf Umgebungen. Es scannt ununterbrochen nach Signalen der Sicherheit oder der Bedrohung. Geräusche, Gerüche, visuelle Eindrücke, soziale Signale, die Qualität der Luft, die Textur der Erde unter den Füßen. Das ist keine übertriebene Empfindlichkeit. Das ist Evolution.
Das Sampurna Seminarhaus bietet genau den Rahmen, der diese Arbeit unterstützt: Ein Ort, der Ruhe und Willkommensein signalisiert. Das ist das erste, was du spürst, wenn du ankommst: eine Qualität der Stille. Weite von Natur, Raum und Luft. Es gibt Rückzugsmöglichkeiten, an denen du allein sein kannst, wenn du das brauchst. Es gibt Gemeinschaft von Menschen, die ähnliche Absichten mitbringen und die bereit sind, in einem gemeinsamen Prozess zu sein. Und natürlich geht vieles über den Magen und den Darm. Wir lieben die gesunde und leckere Verpflegung, die immer etwas Besonderes bietet.
Wir haben uns das Sampurna Seminarhaus nicht zufällig ausgesucht. Es ist ein Ort, der zu dieser Arbeit passt. Auf einer Ebene, die sich schwer in Worte fassen lässt, aber unmittelbar spürbar ist.
Unser diesjähriges Retreat im Sampurna Seminarhaus
Wir bieten unser Retreat vom 03. – 07. Juni 2026 an. Es ist kein klassisches Retreat, sondern ein bewusst gestalteter Erfahrungsraum. Es geht nicht nur darum, Wissen aufzunehmen, sondern darum, deinen Körper zu verstehen, dein Nervensystem zu regulieren und neue Werkzeuge für deinen Alltag zu entwickeln.
Im Gegensatz zu vielen isolierten Angeboten verbinden wir gezielt verschiedene Ebenen miteinander. Statt nur mit Bewegung, nur mit Atem oder nur mit Körperarbeit zu arbeiten, entsteht bei uns ein integriertes Konzept aus osteopathischen Prinzipien, Breathwork sowie somatische Wahrnehmung.
Die Stärke dieses Ansatzes liegt in der gemeinsamen Grundlage: dem Nervensystem. Denn ein dysreguliertes System zeigt sich häufig in Form von Schlafproblemen, chronischer Anspannung, Verdauungsbeschwerden, Schmerzen oder innerer Unruhe. Durch die Kombination unserer Methoden entsteht die Möglichkeit, Regulation nicht nur besser zu erreichen, sondern auch nachhaltiger zu stabilisieren und auf einer tieferen Ebene zu verankern.
Du nimmst konkrete Werkzeuge mit nach Hause: Atemtechniken, osteopathische Selbsttechniken, somatische Übungen. Dinge, die du morgens in fünf Minuten anwenden kannst – oder in Momenten, in denen du spürst, dass dein System hochfährt.
Für wen dieses Retreat geeignet ist
Dieses Retreat richtet sich an Menschen, die unter Stress oder Erschöpfung leiden, die eine Auszeit wünschen mit dem Wissen, wie sie danach selbstständig weitermachen können oder körperliche Symptome haben und spüren, dass dahinter etwas Tieferes steckt. Sowie an alle, die sich wieder tiefer mit sich selbst verbinden möchten. Selbst wenn du Therapeut, Coach oder Bodyworker bist, wirst du dein Wissen von Nervensystem und Körper vertiefen können.
Dieses Retreat ist daher mehr als eine Auszeit. Es möchte eine Einladung sein, damit du deinen Körper neu verstehst, dein Nervensystem bewusst regulieren kannst und deine Selbstheilungskräfte sich aktivieren. Und vielleicht ist es vor allem eine Einladung, wieder in Verbindung mit dir selbst zu kommen.
Zum Schluss: Was wirklich möglich ist
Wir möchten mit einer Geschichte aus dem Alltag von Maurice enden. Und zwar mit Lisa.
Lisa kam nach drei Monaten zu einem Follow-up-Gespräch in die Praxis. Ihre Verspannungen waren nicht komplett verschwunden, aber sie hatten sich deutlich verändert. Nicht nur die Intensität. Die Qualität.
„Ich habe angefangen zu atmen“, sagte sie. Ich (Maurice) musste lachen, weil ich wusste, was sie meinte. Nicht biologisches Atmen, das hatte sie immer getan. Sondern bewusstes Atmen. Ankommen. Wahrnehmen.
Sie schlief besser. Ihre Verdauung hatte sich normalisiert. Die Migräneattacken, die sie zweimal im Monat hatte und nie in Verbindung mit dem Rücken gebracht hatte, waren seltener geworden.
„Ich glaube, ich habe jahrelang nicht wirklich in meinem Körper gelebt“, sagte sie. „Ich war immer irgendwie neben mir.“
Ja, wir wissen, die Arbeit mit dem Atem klingt so simpel oder manchmal kaum glaubhaft. Es ist jedoch kein Einzelfall. Das ist das, was wir in unserer Arbeit immer wieder erleben: dass Menschen, die ihr Leben lang „funktioniert“ haben, irgendwann merken, dass sie dabei vergessen haben zu spüren. Zu atmen. Zu sein.
Das Gute: Der Körper ist unglaublich anpassungsfähig. Das Nervensystem kann lernen. Und die Selbstheilungskräfte, von denen wir sprechen, sind da. Sie warten nur auf die richtige Einladung.
Praktische Infos:
Datum: 03. – 07. Juni 2026
Leitung: Maurice Weinfortner & Dominik Habermann
Weitere Informationen findest du hier:
https://www.osteopathie-mwo.de/ oder
https://sampurna-seminarhaus.de/event/selbstheilungskraefte-aktivieren-nervensystem-atmung-und-osteopathie/
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Über die Autoren:
Maurice Weinfortner ist Heilpraktiker, Osteopath und Physiotherapeut mit Praxis in Wiesbaden. Dominik Habermann ist Mentor für Atemarbeit und Nervensystem-Regulation. Beide verbindet die Überzeugung, dass echter Wandel über den Körper geht und dass das Nervensystem der Schlüssel zu Gesundheit, Regeneration und einem Leben ist, das sich wieder lebendig anfühlt.
